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12.06.2017 | nane
Andreas Statzkowski besucht Bonhoeffer-Haus
Abgeordneter vor Ort

Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich das Bonhoeffer-Haus in Westend zu einem internationalen Treffpunkt für Theologen und Gläubige entwickelt. Andreas Statzkowski traf sich mit Pfarrer Martin Dubberke, der das Haus ehrenamtlich leitet, zu einem intensiven Gedankenaustausch. „Es war eine spannende Begegnung und die Atmosphäre im Bonhoeffer-Haus hat mich sehr beeindruckt“, so Statzkowskis Fazit.

Martin Dubberke (links) und Andreas Statzkowski im Arbeitszimmer von Dietrich Bonhoeffer

Es war viel los als Andreas Statzkowski in der Marienburger Allee 43 vor dem Dietrich Bonhoeffer-Haus stand. Rund 30 US-Amerikaner kamen gerade aus dem Gebäude - sie waren u.a. aus Michigan und Wisconsin angereist, um sich über einen der einflussreichsten deutschen Theologen des 20. Jahrhunderts zu informieren: Über Dietrich Bonhoeffer, einem Mann der aktiv im Widerstand gegen den Nationalsozialismus war und dies mit seinem Leben bezahlte. Hier in diesem Haus in Westend wurde Dietrich Bonhoeffer 1943 von der Gestapo verhaftet und später im KZ Flossenbürg/Oberpfalz gehängt.

In dem Bonhoeffer-Haus, das heute Erinnerungs-und Begegnungsstätte ist, schrieb der Theologe weite Teile seiner „Ethik“.

Pfarrer Martin Dubberke, der mit seiner Familie im Bonhoeffer-Haus auch wohnt, freut sich über das weltweite Interesse an Bonhoeffers Leben und Werk.

„Ich kann mich ja nur abends - quasi nach Dienstschluss - um die Besucheranfragen kümmern. Und da sie aus aller Welt kommen, habe ich Kontakt per Mail und Facebook.“ Im vergangenen Jahr waren es rund 1700 Besucher - 2017 werden es mehr werden. Zahlreiche Pilgergruppen kämen ja auch wegen des Reformationsjubiläums. „Die Internetkontakte sind meine evangelische Weltkarte“ sagt Dubberke. Australier, Briten, Franzosen, Finnen und die Waldenser aus Italien bilden die stärksten Interessenten-Gruppen. Der Theologe, Prediger, Seelsorger, Manager und Lehrer Dubberke ist - salopp ausgedrückt - ein Fan von Bonhoeffer und beeindruckt mit kenntnisreichen Erläuterungen bei seinen Führungen.

Neben seiner Arbeit im Museum ist Dubberke auch Vorstandsmitglied im „Berliner Zentrum für Gewaltprävention e.V.“ (BZfG). Ziel des Vereins ist es, für gewalttätige Menschen gewaltfreie Lebensperspektiven zu entwickeln. Bisher wurde der Verein auch mit Lottomitteln unterstützt - diesmal gab es keine Zuschüsse „wegen Unstimmigkeiten auf Senatsebene“ so Dubberke. „Und dabei sind wir in Berlin der größte Anbieter von Arbeit mit Gewalttätern. Wir haben einen hohen Durchlauf von Kursen, wir bestücken jede Vollzugsanstalt in der Stadt.“

Andreas Statzkowski, der selbst Mitglied in der „Landeskommission Berlin gegen Gewalt“ war, versprach, sich für Dubberkes Arbeit in der Gewaltprävention einzusetzen. Er kündigte eine schriftliche Anfrage an den Senat an, um die Ursachen für die Verweigerung der Zuschüsse zu klären.

Beide Gesprächspartner stellten im Gespräch durchaus „Gemeinsamkeiten“ fest: während Martin Dubberke als evangelischer Theologe arbeitet hatte Andreas Statzkowski, der auf Lehramt studierte, u.a. auch als katholischer Religionslehrer gearbeitet.