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16.12.2019, 13:32 Uhr | nane

Im Lande Dschingis Khans

„Wo bekommt man ein Essen für durchschnittlich 3 Euro? Wo kostet der Liter Benzin rund 0,60 Cent? Und wo gibt es im Supermarkt die deutsche Marke „gut und günstig“ auch wenn man rund 8000 Kilometer von Berlin entfernt ist?“

Andreas Statzkowski hatte die unerwartete Antwort parat: In der Mongolei - im Lande Dschingis Khans – dem Begründer des mongolischen Reiches. Allerdings gilt das für die heutige Zeit. Andreas Statzkowski begeisterte diesmal mit Details aus einer Region, wohin wohl die wenigsten der zahlreichen Zuhörer im Bürgerbüro noch reisen werden. Aber keine Regel ohne Ausnahme. Im Gespräch nach Ende des Vortrags stellten zwei Personen fest, dass sie vor etlichen Jahren zeitgleich in Ulan Bator gelebt und gearbeitet hatten. So klein kann die Welt dann doch auch mal sein.

 

Die Mongolei ist ein riesiges Steppenland, vier Mal größer als Deutschland aber weniger Einwohner als Berlin – nur gut drei Millionen. Ulan Bator ist die Hauptstadt, hier lebt knapp der Hälfte aller Einwohner. Eine Stadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Zentral liegt der Süchbaatar-Platz mit dem Rathaus, der Staatsoper, Geschäften und Restaurants – aber auch mit dem Parlamentsgebäude und dem Denkmal von Dschingis Khan. In der öffentlichen Bücherei kann jeder Sanskrit-Manuskripte aus dem 11. Jahrhundert bestaunen.

Unbedingt sehenswert ist das Gandan- Kloster. Es ist das bedeutendste Kloster der Stadt für den Dalai-Lama, dem eigentlichen Oberhaupt des Klosters. Für ihn wurde extra ein Thronsessel neu erbaut.

Das Naadam-Fest

Besonders festlich geht es im Lande beim Naadam-Fest zu. Immer vom 10.-13. Juli findet es statt – eingebettet in den Nationalfeiertag am 11. Juli. Der Höhepunkt des Festes, das im ganzen Land ausgiebig gefeiert wird, besteht aus Wettbewerben in drei Sportarten: dem Nationalsport Ringen, dem Bogenschießen und den Pferderennen.

Wer in dies Land reist, sollte auch um die Temperaturunterschiede wissen. Im Süden sind + 40 Grad normal, im Norden +23 Grad und im Winter kann es auch Temperaturen um – 40 Grad geben. Andreas Statzkowski hatte seine Reise individuell gebucht. Zum Team gehörten dauerhaft zwei Mitarbeiter: ein englisch-sprachiger Reiseleiter und ein Fahrer. Schnell wurde klar, dass Straßen  in diesem Land eher die Ausnahme sind. Die Wege waren meist mit zahlreichen Schlaglöchern versehen – Achsbrüche nicht ausgeschlossen. Es gab kaum Wegweiser und die Reisegeschwindigkeit im Wagen war eher geruhsam. Also Zeit genug, Einsamkeit, Weite und Natur zu genießen.

Zum Probieren gab es getrockneten Schafskäse

Übernachtet hat Andreas Statzkowski im Ger – einer Jurte, auf vorgesehenen Plätzen. „Das ist vergleichbar mit einem Campingplatz in Europa,“ so seine Beschreibung. Meist hatte ein Ger drei bis vier Betten und einen Ofen. Generell ist zu beachten: Wasser ist kostbar! Wer Lust auf das berühmteste mongolische Getränk hat – bitte sehr: Airag. Das ist vergorene Stutenmilch, die etwas Kohlensäure mit bis zu zwei Prozent Alkohol enthält und leicht säuerlich schmeckt. Dazu darf jeder dann gerne getrockneten Schafskäse probieren. Genau den hatte Andreas Statzkowski als Spezialität des Landes auch mitgebracht. Für die Gaumen der Gäste im Bürgerbüro schien diese Spezialität allerdings sehr ungewohnt. Aber immerhin: Alle haben es probiert.

Andreas Statzkowski empfiehlt noch folgende Sehenswürdigkeiten:

Orkhon Valley: Etwa 320 Kilometer westlich von Ulan Bator. Der Orkhon ist der längste Fluss der Mongolei (1.124 km), Teile gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ein Naturparadies mit dem schönsten Wasserfall der Mongolei und zahlreichen Kulturstätten.

Der Karakorum: Ein Gebirge, dass für erfahrene Bergsteiger auch einige 7000er und 8000er-Berggipfel hat. Aber auch heiße Quellen bietet, ebenso Wildnis pur und den zweitgrößten Süßwassersee der Welt. Übrigens: Edelweiß wächst dort wie Unkraut.

Wüste Gobi: Hier leben Nomaden, aber auch Murmeltier und Eichhörnchen sind hier zuhause. Wer möchte, kann die riesigen Dünen runterfahren. Außerdem gibt es Grünflächen, Wasserläufe und Teiche, in denen sich Frösche wohl fühlen.

IST WESTEND DER SCHÖNSTE ORTSTEIL BERLINS?
Auf jeden Fall
Joa, ist ganz schick
Es gibt schönere