Neuigkeiten

18.12.2019, 15:59 Uhr | nane

Umbau Autobahndreieck Funkturm:

Regine Günther (Grüne) will Verkehr durch Wohngebiete führen

„Die Planung funktioniert nicht“. „Viele Betroffenen wissen gar nicht, was Ihnen droht“. „Masterplan fehlt“. „Senat bemüht sich nicht um Information“. Die Kritikpunkte prasselten nur so auf die Interessierten im Bürgerbüro Andreas Statzkowski nieder, als es um das Thema „Wie geht es weiter mit dem Autobahndreieck Funkturm und dem ICC“ ging. Fest steht, dass der frequenzstärkste Knotenpunkt eines Autobahndreiecks in Deutschland besser beplant werden muss. Darin waren sich die Gäste Stefan Evers, Sprecher für Stadtentwicklungspolitik und Falk von Moers, Vorstandsmitglied im Siedlerverein Eichkamp und alle Zuhörer einig.

Andreas Staatzkowski, Stefan Evers, Falk von Moers (von li. nach re.)

Denn das Autobahndreieck Funkturm passieren täglich 200.000 Autos. Zudem darf der Umbau hier nicht als alleiniges Bauprojekt gesehen werden. „Die Rudolf-Wissell-Brücke, ICC, Tunnel Tegel und Westkreuzpark sind alles spannende Themen, die zusammengehören“, gab Stefan Evers zu bedenken. Seine weitere Forderung: Verkehrsströme sind planbar und auch im Netz darstellbar. „Oft besteht dazu aber kein Interesse, da man ja sieht, was dann passiert.“

Grüne wollen Verkehr direkt durch Wohngebiete abfließen lassen

Was sicher geschieht, machte Falk von Moers, Vorstandsmitglied im Siedlerverein Eichkamp , deutlich. Der zehnspurige Messedamm, der leistungsfähig verbindet, wird während des Umbaus gekappt. Die Autobahn-Ausfahrten erfolgen dann über Knobelsdorffstraße und Jaffeestraße. „Und somit wird nicht nur eine zehnspurige Autobahn auf sechs Spuren verkleinert“, sagt von Moers, sondern die vielen, vielen Autos werden über Jahre in Wohngebiete verlagert.“ So zeigen es die Pläne der für die Verkehrsplanung zuständigen Verkehrssenatorin Regine Günther (Bündnis 90/Die Grünen). Der Senat mutet dies seinen Bürgern zu, statt nach anderen Lösungen zu suchen.

Andreas Statzkowski will Verkehr durch Wohngebiete verhindern

Als Wahlkreisabgeordneter hat Andreas Statzkowski bisher bereits neun Schriftliche Anfragen im Abgeordnetenhaus (AGH) gestellt, um die für die Verkehrsplanung zuständige Verkehrssenatorin Regine Günther von den Grünen davon zu überzeugen, von ihren Plänen zur Verlagerung des Verkehrs in die Wohngebiete abzubringen.  Zudem herrscht im Senat auch noch Uneinigkeit hinsichtlich der Umbaupläne von Avus und A 100. Verkehrssenatorin Regine Günther (Bündnis 90/Die Grünen) ist für eine Tunnellösung, Bausenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) favorisiert eine Brücke über die Avus, um das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs mit einzubeziehen. Diese Maßnahme würde die Siedlung Eichkamp besonders hart treffen.

„Gerade hinsichtlich des Lärmschutzes müssen wir jetzt verstärkt darauf achten, dass Anwohner in der Umbauzeit nicht schlechter gestellt sind als vorher“, so der Einwand von Stefan Evers, Sprecher für Stadtentwicklungspolitik. „Wir müssen wissen, dass hier über Jahre riesige Belastungen auf alle Betroffenen zukommen. Diese Baumaßnahme ist wie eine OP am offenen Herzen,“ warnte Stefan Evers, „und Großprojekte werden in Berlin ja schon mal in den Sand gesetzt“.

Ansprechpartner waren beim Senat nur schwer zu finden

Und überhaupt: Der Senat sei nicht gerade bemüht, Informationen an die Bürgerinnen und Bürger öffentlich zu machen. Lieber wird erst spät informieren sei eher das Motto. So wissen viele noch nicht, in wie weit sie betroffen sind. Die Informationen über den Aus- und Umbau des Autobahndreiecks hat zwar die Bewohner im Eichkamp meistens erreicht, aber die in der Knobelsdorffstraße und Platanenallee wissen bisher noch nichts. Ebenso wurde auch der Bezirk seitens des Senats spät und spärlich informiert. „Erst seit dem 4. März 2019 wissen wir, dass es bedrohlich wird“, so Falk von Moers weiter. Danach habe er versucht, Ansprechpartner beim Senat zu finden, was gar nicht leicht war. Auch hätten die Medien bisher nicht intensiv über das Projekt berichtet.

Die Planung macht das Land, die Umsetzung der Bund

„Die Verantwortung für das riesige Projekt ist unterschiedlich verteilt“, darauf wies Andreas Statzkowski hin. Die Planung liege beim Land Berlin. Hier wird entschieden, was gemacht wird. Der Bund aber ist zuständig, wenn es an die Umsetzung der Baumaßnahmen geht. Und gerade bei der Planung sind momentan noch Änderungen möglich, da es noch keine finale Planung gebe. Aus dem Publikum kam die Forderung, sich als Betroffene besser zu vernetzen, gemeinsam Änderungen zu erarbeiten und dazu die von der DEGES, der ausführenden Baufirma, angebotenen Workshops zu nutzen.

Andreas Statzkowski forderte die Gäste auf, sich lebhaft daran zu beteiligen. Auch in seinem Bürgerbüro können Ideen, Wünsche, Fragen und Vorstellungen eingereicht werden, um die er sich dann kümmern will.

 

 

 

 

 

 

 

IST WESTEND DER SCHÖNSTE ORTSTEIL BERLINS?
Auf jeden Fall
Joa, ist ganz schick
Es gibt schönere