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07.02.2018, 12:08 Uhr | nane

Trommle, mein Herz, für das Leben

Hine ma tow u’ma nayim

Schülerinnen und Schüler verschiedener Gymnasien gestalteten am Theodor-Heuss-Platz eine Gedenkveranstaltung zum 27. Januar 1945, jenem Tag, an dem das Konzentrationslager Ausschwitz befreit wurde.

Gedenkveranstaltung zum 27. Januar am Theodor-Heuss-Platz

Mit dem Gedenken soll der Blick geschärft werden, „… für die Gefahren einer menschenfeindlichen Politik, die Ängste schürt und diese instrumentalisiert“, wie es im Einladungstext zu lesen war. Neben politischen Persönlichkeiten nahm auch das Bürgerbüro Andreas Statzkowski geschlossen an der Gedenkfeier teil.

Die Arbeitsgruppe „27.Januar – Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus“ organisiert jedes Jahr die Feier am Theo. Sie tritt für ein würdevolles Gedenken ein und will „jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“ Das gewählte Thema für 2018 hieß „Widerstand“. Unter diesem Aspekt setzten sich einige der Schülerinnen und Schüler ganz besonders mit einem jungen Mann ihres Alters auseinander, mit Helmuth Hübener. Aufmerksam geworden waren sie auf ihn durch einen Stolperstein.

Hübener gehörte der Hitler-Jugend an. Als allerdings seine Kirchengemeinde jüdische Mitglieder vom Messebesuch ausschloss, öffnete ihm das seine Augen. Bereits mit 16 Jahren hörte er regelmäßig den damals sogenannten Feindsender BBC. Er gestaltete Flugblätter mit antifaschistischen Texten gegen den Krieg. Im Februar 1942 wurde Hübener deshalb verhaftet und im August 1942 in Berlin-Plötzensee im Alter von 17 Jahren hingerichtet. Damit war er der Jüngste zum Tode verurteilte Widerstandskämpfer. Nach geltendem Recht hätten auch damals nur Erwachsene hingerichtet werden dürfen. Bei Hübener machten die Nazis eine Ausnahme. Begründung: Er ist intelligenter als andere 17-jährige.

Das Fazit der Schüler: Jeder muss sich mit der Geschichte auseinandersetzen. Nicht wegschauen. Nicht ignorieren, was geschehen ist.


Momente des Innehaltens

Bewegend auch die verschiedenen musikalischen Darbietungen. Darunter der Vortrag von Sabine Adamek, die ein Lied von Bettina Wegner sang.  Die Liedermacherin aus der DDR ist vielen bekannt durch ihren Song „Sind so kleine Hände“. Adamek sang zur Gitarre: „Für die aus Auschwitz und aus Buchenwald, aus Bergen-Belsen und Birkenau…“

Das Lied besteht aus der Aneinanderreihung der Namen aller Konzentrationslager.

Auch der Satz von Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer: „Wenn der Staat versagt, muss man als Christ handeln“, wurde zur Grundlage einer Darbietung. Die Schülerinnen und Schüler stellten fest, dass Bonhoeffers Texte bis in die Gegenwart Gültigkeit besitzen. Und gerade deshalb darf die Frage heute nicht sein: „Was geht mich das an“, sondern sie muss lauten: “Was kann ich tun?“  Auf Plakaten gaben sie auch gleich Antworten. Gegen Gewalt sein. Sich trauen. In der Tat liegt die Freiheit und Carpe Diem, nutze den Tag.

Ein Kanon aus einem jüdischen Musical

Die Veranstaltung wurde mit einer Schweigeminute und einem Kanon aus einem jüdischen Musical beendet. Trommle, mein Herz, für das Leben – Hine ma tow u’ma nayim. Abwechselnd gesungen in Deutsch und in Hebräisch.

Organisiert hatte die Veranstaltung das Jugendamt Charlottenburg-Wilmersdorf in Kooperation mit dem Verein „Erinnern & VerANTWORTUNG e.V. -  Gedenkarbeit an Berliner Schulen“, der Evangelischen Kirchengemeinde Neu-Westend und der Arbeitsgruppe 27. Januar – Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus“. Das Programm gestalteten Schülerinnen und Schüler vom Wald-Gymnasium, Grauen Kloster, Walter-Rathenau-Gymnasium und dem Heinz-Berggruen-Gymnasium.

 

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